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Kiellinie – so geht es weiter

Die letzten beiden Monate des Jahres sind entscheidend für die Zukunft der Kiellinie.

Seit Juni 2022 arbeiteten 15 nationale und internationale Arbeitsgemeinschaften im Rahmen einen Planungswettbewerbes an Vorschlägen für die Umgestaltung der Kiellinie. Abgabefrist war der 28. September.

Nach einer Vorprüfung der lediglich 14 eingereichten Entwürfe tagt am 30. November und 1. Dezember eine Jury, die aus Fachleuten und Vertretern aus Verwaltung und Ortsbeiräten besteht. Am zweiten Tag, dem 1. Dezember, wird dann das Preisgericht den Sieger des Wettbewerbs bestimmen.

Sie können die Jury an beiden Tagen bei ihrer Arbeit begleiten, siehe dazu unseren gesonderten Artikel.

Es ist geplant, am folgenden 2. Dezember Vormittags das Ergebnis des Wettbewerbs im Rahmen einer Pressekonferenz vorzustellen. Anschließend werden alle Wettbewerbsarbeiten in einer Ausstellung vom 2. bis 18. Dezember und auf der Webseite der Stadt Kiel öffentlich präsentiert.

Im Anschluss steht die kontroverseste Entscheidung an, der sogenannte “Variantenentscheid”, also die Entscheidung, ob die Kiellinie zukünftig autofrei sein wird oder nicht.
Über einen Vorschlag, in welchem Verfahren der “Variantenentscheid” durch die Ratsversammlung getroffen wird, stimmt sich die Verwaltung intern ab.
Am 15. oder 16. Dezember könnte dann die Ratsversammlung über den Vorschlag der Verwaltung abstimmen.

Weiterführende Links:

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Sehen Sie der Jury über die Schulter

Am 30. November und 1. Dezember berät eine Fachjury über die 14 eingereichten Entwürfe zur Umgestaltung der Kiellinie.

Zwei interessierte Kielerinnen und Kieler können dabei als Gäste teilnehmen.

Haben Sie Interesse? Dann nehmen Sie teil!

Sie können sich hierfür bis zum 14. November unter sophie.westphal@herwarth-holz.de mit Betreff “Gast im Preisgericht” bewerben. In der E-Mail reicht es, das Interesse an der Sitzung sowie eine kurze Begründung zu äußern – ein extra Bewerbungsschreiben ist nicht nötig.

Termine:

  • Mi., 30.11.2022, von 9.30 bis ca. 17.30 Uhr
  • Do., 1.12.2022, von 9 bis ca. 15.30 Uhr

Ort:

  • Ostseekai, Terminal 28, 1. OG, Wall 65

Weitere Informationen zur Teilnahme finden Sie auch auf der Webseite der Stadt Kiel.

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Ja zur ÖPNV-Trasse in der Holtenauer Straße – Bedeutung der Kiellinie als Kreisstraße steigt

Mit dem Abschluss der Zielvereinbarung zwischen der Stadt Kiel, dem Verein „Die Holtenauer e.V.“ und der Firma Kersig zur neuen ÖPNV-Trasse durch die Holtenauer Straße manifestiert sich das, was sich schon länger abgezeichnet hat: Die Holtenauer Straße wird zunächst durch die Bauphase und in der Folge durch die diskutierte Umwidmung von einer Kreis- in eine Gemeindestraße in Zukunft nicht mehr die bisherige Rolle als Verkehrsachse in Kiel einnehmen können. Diese im Konsens getroffene Entscheidung zwischen den Beteiligten ist für die Entwicklung der Holtenauer Straße und das Projekt Mobilitätswende in Kiel insgesamt zu begrüßen – rückt aber einmal mehr die umliegenden Verkehrsachsen Feldstraße und Kiellinie in den Fokus.

Schon jetzt leiden die Feldstraße und die umliegenden Wohnstraßen unter dem erhöhten Verkehrsdruck der teilweisen Sperrung der Kiellinie. Der befürchtete Anstieg des Verkehrsaufkommen in den umliegenden Wohngebieten bei einer autofreien Kiellinie wird sich noch einmal durch die Entscheidung in der Holtenauer Straße verschärfen: Wo früher drei Kreisstraßen den Berufs- und Pendelverkehr aufnahmen, wäre somit nur noch die Feldstraße als einzige Kreisstraße übrig. Für alle Anwohner, Radfahrer, Kita- und Schulkinder eine unfaire Zumutung und auch Gefährdung, die nicht durch die Hoffnung, dass in den künftigen Jahren der Kfz-Verkehr abnimmt, abgetan werden darf.

Einmal mehr zeigt sich, dass Kiel ein ganzeinheitliches Verkehrskonzept braucht und keine Einzelmaßnahmen, die nur auf eine Straße abzielen. Die Vorentscheidung zur Umwidmung der Holtenauer Straße unterstreicht noch einmal mehr die Wichtigkeit einer Kiellinie, die für alle Verkehrsteilnehmer geöffnet ist und den Kfz-Verkehr besonders zu den Stoßzeiten aus den bewohnten Gebieten bestmöglich heraushält. 

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Kiellinie endlich wieder Richtung Süden befahrbar – wichtige Verkehrsachse kann wieder ihre Funktion erfüllen

Die Durchfahrt von der Feldstraße über die Kiellinie Richtung Süden ist nun wieder möglich.

Auch wenn noch einige Pylonen die Fahrspur säumen und schweres Gerät die finalen Arbeiten ausführt – seit einigen Tagen kann der KFZ-Verkehr wieder von der Feldstraße Richtung Kiellinie fließen. Das ist nicht nur angesichts der derzeit vorherrschenden Baustellen auf der Feldstraße und der Holtenauer Straße eine für Pendler wie Anwohner willkommene Nachricht, sondern beweist einmal mehr die Wichtigkeit der Kreisstraße für einen fließenden und sicheren Verkehr in Kiel. Denn die vergangenen Wochen waren geprägt von vielen, teils langwierigen Umwegen durch Wohngebiete und Schulwege. Mit der Wiedereröffnung der Kiellinie für den KFZ-Verkehr ist der erste Schritt getan, dass insbesondere der Pendlerverkehr aus den bewohnten Gebieten an die unbewohnte Straße am Wasser verlagert wird.

Und einmal mehr zeigt sich, wie durch einfache Baumaßnahmen wirklich für alle Verkehrsteilnehmer Platz an der Kiellinie wäre – die von allen Seiten nicht als Ideallösung anerkannte Zwischenlösung mit dem Fahrradverkehr auf der Fahrbahn Richtung Süden könnte durch überschaubaren Aufwand im Zuge der Neugestaltung auf den kaum genutzten Seitenstreifen verlegt werden. Das böte genügend Platz, um in beide Fahrrichtungen nicht nur weiter den Autoverkehr zu ermöglichen, sondern auch den Radfahrern einen breiten und zeitgemäßen Platz zu bieten.

Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass es auf Dauer ohne den Autoverkehr an der Kiellinie nicht geht. Aber ebenso, dass für alle Menschen – ob zu Fuß, zu Rad oder im Auto – an der Kiellinie genügend Platz ohne Konflikte ist, wenn der politische Wille vorhanden ist. Wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass die Kiellinie die Kieler nicht spaltet, sondern zusammenbringt.

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Stadt Kiel prescht vor – geplante Verkehrsregelung für Fahrradfahrer an der Kiellinie birgt Risiko und ist unverständlich

Während der Wettbewerb für die Neugestaltung der Kiellinie noch gar nicht richtig begonnen hat, plant die Stadt Kiel kurzfristig eine Änderung der Verkehrsführung für den Fahrradverkehr an der nördlichen Kiellinie.

Voraussichtlich im Sommer sind die derzeit laufenden Baumaßnahmen an der Kiellinie im Abschnitt zwischen Feldstraße und Gorch-Fock-Mole abgeschlossen. Nach Fertigstellung soll hier künftig der Radverkehr stadteinwärts auf einer eigenen Fahrradspur erfolgen, wofür auch Platz sein dürfte, da hier die Straße vormals zweispurig war.

Zusätzlich plant die Stadt aber nun, den Fahrradverkehr zwischen der Gorch-Fock-Mole und der Lindenallee stadteinwärts ebenso auf die Fahrbahn zu bringen. Da hier für den Verkehr jeweils nur eine Fahrspur pro Richtung zur Verfügung steht und diese z.T. sehr schmal ausfallen (lediglich 6m Fahrbahnbreite), sind Konflikte zwischen Auto- und Fahrradverkehr vorprogrammiert. Dass auf einer vielbefahrenen Kreisstraße dann das Überholen von Fahrradfahrern nur bei freier Gegenfahrbahn möglich ist, mindert den Verkehrsfluss, erhöht den CO2-Ausstoß und setzt Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer einer unnötigen Gefährdung aus.


Kurioserweise begründet die Stadt Kiel diese Baumaßnahme aber mit dem Sicherheitsgedanken, da der bisherige Radweg an einigen Stellen zu schmal sei und ein großes Unfallpotenzial berge. In der Tat muss im Zuge der Neugestaltung der Kiellinie natürlich darauf Wert gelegt werden, dass ein moderner Zwei-Wege-Radweg ausreichend breit ist und auch der vermehrten Nutzung von beispielsweise Pedelecs und Lastenfahrrädern Rechnung trägt. Ein Blick in die angefügte Unfallstatistik (Anlage-4-Unfaelle-Polizei oben rechts im Link) lässt aber nicht erkennen, dass es sich hier um einen wirklichen Unfallschwerpunkt handelt – vielmehr sind sechs Unfälle in den letzten drei Jahren dokumentiert, von denen fünf dieser sechs Unfälle durch die geplanten Änderungen wohl nicht hätten verhindert werden können.


Hier kann nicht die Rede davon sein, dass ein sofortiges Handeln nötig sei und die Umsetzung der Neugestaltung der Kiellinie nicht abgewartet werden könne – stattdessen scheint es, als wolle die Stadtverwaltung im wenig durchdachten Schnellschuss vorpreschen. Wer an der Kiellinie Fahrrad fährt, ist bis zur Umsetzung der neu gestalteten Kiellinie auf dem bewährten Fahrradweg sicherer als auf der Fahrbahn einer Kreisstraße. Die geplanten Baumaßnahmen der Stadt bieten keinen Mehrwert an Sicherheit, sondern bergen nur die Gefahr eines erhöhten Konflikts zwischen Kfz- und Fahrradverkehr. Eine moderne Verkehrswende muss aber genau das Gegenteil bewirken und die verschiedenen Verkehrsarten zusammenbringen und nicht gegeneinander ausspielen.

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Erfolg unserer Initiative – Stadtverwaltung korrigiert Passage zum Kfz-Verkehr

Entgegen der Versicherungen von OB Ulf Kämpfer für einen fairen Wettbewerb an der Kiellinie mit zwei Varianten (mit und ohne Kfz-Verkehr) hatte die Stadtverwaltung in den Anforderungen zum Wettbewerb für den Autoverkehr nur eine untergeordnete Rolle vorgesehen – wir berichteten hierzu am 2. März.


Mit Blick auf die Folgen einer Sperrung der Kiellinie für den Kfz-Verkehr auf die umliegenden Wohngebiete und Wirtschaftstreibende hatten wir diesen Schritt scharf kritisiert, weil so keine Planung möglich gewesen wäre, die eine echte Entlastung der umliegenden Wohngebiete geboten hätte. Nach massiver Kritik unserer Initiative, anderen Verbänden und aus der Kommunalpolitik hat Stadtbaurätin Doris Grondke nun die umstrittene Passage gestrichen. Über weitere Hintergründe hatten die Kieler Nachrichten bereits in ihrer heutigen Ausgabe (nur für KN+-Abonnenten) berichtet.


Wir freuen uns, dass unsere Kritik in der Stadtverwaltung Gehör fand und werden auch die künftigen Planungsschritten kritisch aber konstruktiv begleiten, damit am Ende alle Kielerinnen und Kieler über zwei vernünftige Alternativen bei der nördlichen Kiellinie entscheiden können.

Weiterführende Links:

Pressebericht: Neuer Krach um die Kiellinie: Wie hält Kiel es mit dem Autoverkehr? – nur für KN+-Abonnenten.

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Kämpfer bricht sein Wort

Vorlage für den städtebaulichen Wettbewerb zur Neugestaltung der nördlichen Kiellinie erlaubt keine echte Variante mit Autoverkehr

Die Vorlage der Kieler Verwaltung zur Neugestaltung der Kiellinie liegt seit dem 17.02.2022 als Entwurf vor und soll morgen im Bauausschuss beschlossen werden. Das Papier, das sich auf 95 Seiten mit den Eckpunkten des städtebaulichen Wettbewerbs zur Neugestaltung der Kiellinie in drei zusammenhängenden Bauabschnitten befasst, beschäftigt sich unter Punkt C mit dem Realisierungsabschnitt der Kiellinie Nord.

In diesem Abschnitt werden auf Seite 85 die Anforderungen an beide Varianten – A) „autofreie Kiellinie Nord“ und B) „Kiellinie Nord mit Autoverkehr“ –  vorgestellt.

Zur Variante B) – „mit Autoverkehr“ – heißt es:

„Die Umgestaltung der Kiellinie Nord erfolgt unter Beibehaltung von Kfz-Verkehr. Dabei drängt es sich auf, innerhalb des zur Verfügung stehenden Gesamtquerschnittes eine verkehrssichere Promenade für den Fuß-, Rad- und Kfz-Verkehr zu entwickeln und gleichzeitig einen, der Lage angemessenen, attraktiven öffentlichen Raum mit hoher Aufenthaltsqualität und Angeboten für Spiel und Sport mit großer Nutzungsoffenheit zu gestalten. Der Kfz-Verkehr soll in dieser Variante eine untergeordnete Rolle spielen, während Aufenthaltsbereiche sowie Fuß- und Radverkehr im Vordergrund stehen. Die Maßstäblichkeit der Gestaltung soll sich an der Wahrnehmung von Fußgänger*innen und Radfahrer*innen orientieren. Die Standards für Premiumradwege sind einzuhalten. Die Gestaltung der Verkehrsflächen für den Kfz-Verkehr wird den Wettbewerbsteilnehmenden überlassen. Dabei wird die Einhaltung der geltenden Richtlinien und Regelwerke (z.B. RASt 2006) vorausgesetzt. Ausgeschlossen werden ein „Shared Space“, bei dem unterschiedliche Verkehrsteilnehmer*innen gleichberechtigt dieselben Flächen nutzen sowie die Einrichtung einer wechselseitigen Einbahnstraße. “

Anlage_1_Wettbewerb_Kiellinie_Entwurf_Auslobung vom 17.02.2022

Diese hier formulierten Einschränkungen bezüglich des Autoverkehrs sind nicht vereinbar mit der Zusage des Oberbürgermeisters vom 27. Oktober 2020 zum offenen Verfahren. Die nun bekannt gewordenen Vorgaben für Variante B) lassen keinen fließenden Verkehr mehr auf der nördlichen Kiellinie zu und stellen somit eine Sperrung der nördlichen Kiellinie durch die Hintertür dar.

Bereits zum jetzigen Zeitpunkt sind die Anwohnerinnen und Anwohner der Ausweichstraßen durch die Teilsperrung der Kiellinie und nunmehr auch die Teilsperrung der Holtenauer Straße stark belastet. Ein Verkehrskonzept zur Umleitung des Verkehrs aus den Wohngebieten fehlt nach wie vor.

Wir fordern Herrn Dr. Kämpfer und seine Verwaltung daher auf, zu ihrem Wort zu stehen und eine neutrale Variante der nördlichen Kiellinie mit Autoverkehr im Wettbewerb planen zu lassen. Dies erwarten nicht nur betroffene Pendler und Wirtschaftstreibende, sondern vor allem die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Kiel. Des Weiteren ist dringend ein Verkehrskonzept vorzulegen, welches die Entlastung der Anlieger insbesondere der Feldstraße garantiert.

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Neue Details zum Planungswettbewerb – viele offene Fragen

Zu der Neugestaltung der Kiellinie gibt es endlich neue Details und Zeitpläne. Nachdem schon seit Ende des letzten Jahres die Spundwand an der südlichen Kiellinie erneuert wird, sind jetzt neue Einzelheiten zum Planungswettbewerb in den Ortsbeiräten veröffentlicht worden.


Bis September dürfen interessierte Planungsbüros ihre Vorschläge einreichen, über die dann im November von einer Jury entschieden werden soll. Erfreulich ist, dass nach Jahren des Stillstandes der begonnenen Sanierung der Spundwand auch ein klarer Zeitplan für das weitere Planverfahren folgt. Die Planungen gliedern sich in drei Abschnitte: Den Teil der Kiellinie zwischen Reventlouwiese und Landhaus, dem Berthold-Beitz-Ufer und der nördlichen Kiellinie. Alle teilnehmenden Büros müssen für den Teil der nördlichen Kiellinie eine Variante mit und ohne Autoverkehr vorlegen. Jedoch: Entschieden werden muss sich für ein Gesamtpaket, es kann also keine Bestenauslese der jeweiligen Teilentwürfe stattfinden. Das ist angesichts des großen Potenzials und Unterschiedlichkeit aller Abschnitte bedauerlich. Nachdem die Kiellinie so lange sich selbst überlassen wurde, hätten die Kielerinnen und Kieler verdient, dass bei jedem Abschnitt einzeln geguckt werden kann, welches Konzept am besten zur Stadt passt.


Auch ist die Zusammensetzung der Jury kritisch zu betrachten und es stellt sich die Frage, wie diese fundiert eine Entscheidung treffen soll. Positiv ist, dass in der sechsköpfigen Jury sich Stadtplaner und Landschaftsarchitekten wiederfinden sollen, denn ohne Fachpersonal kann eine Entscheidung nicht sinnvoll getroffen werden. Dass aber beispielsweise Vertreter aus Wirtschaft, Gastronomie oder Kultur nicht mitentscheiden dürfen, vergibt eine große Chance. Lediglich Vertreter aus den Ratsfraktionen und zwei Bürgervertreter dürfen der Runde beiwohnen, ohne aber ein Stimmrecht zu haben. Und überhaupt ist unklar, welches Gewicht die Meinung der Jury haben wird, denn entscheiden will am Ende die Stadtverwaltung selbst.


Viel schwerwiegender ist aber, dass die Stadtverwaltung nach wie vor keine Anstalten zu machen scheint, der Jury und sich selbst fundierte Informationen über die Auswirkungen einer autofreien Kiellinie zur Verfügung zu stellen. Die baubedingte Teilsperrung des südlichen Teils der Kiellinie, der die Straße zur Zeit nur in eine Richtung befahrbar macht, hat alleine schon deutlich spürbare Auswirkungen auf den Verkehr in den umliegenden Stadtteilen, wie unsere eigene Umfrage aufgezeigt hat. Hier bedarf es dringend einer Kurskorrektur, denn eine Entscheidung muss auf Fakten basieren und nicht auf dem Prinzip Hoffnung.


Die angekündigte Bürgerbeteiligung lässt zwar hoffen, aber der Umfang der Mitbestimmungsmöglichkeiten ist derzeit noch unklar. Eine Umgestaltung muss ein Gewinn für alle Kielerinnen und Kieler sein und darf nicht zulasten der umliegenden Stadtteile gehen. Wir werden deshalb weiter kritisch am Ball bleiben, dass eine Bürgerbeteiligung echtes Mitspracherecht bedeutet und kein Feigenblatt der Verwaltung wird.

Weiterführende Links:

Pressebericht: Kieler Nachrichten: So läuft der Wettbewerb zur Aufwertung der Kiellinie – nur für KN+-Abonnenten.

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Baumaßnahmen an der Kiellinie führen zu erhöhtem Verkehrsaufkommen in der Feldstraße und Umgebung

Eine nicht repräsentative, von der Initiative Kiellinie für alle initiierte Online-Umfrage fragte nach den Auswirkungen der Teilsperrung der Kiellinie auf das Verkehrsaufkommen in den umliegenden Stadtteilen, insbesondere der Feldstraße. Das Ergebnis der Umfrage könnte kaum eindeutiger sein: Rund 96% der Befragten gaben an, dass sich das Verkehrsaufkommen seit der Teilsperrung sehr erhöht bzw. erhöht hat. Diese Erhöhung geht nach Meinung der Befragten auch mit einer Verschlechterung der Verkehrssicherheit einher: Über 90% der Umfrageteilnehmer nehmen eine verschlechterte oder sehr verschlechterte Verkehrssicherheit in der Feldstraße und Umgebung wahr.

An der Umfrage nahmen insgesamt 88 Menschen teil, von denen 74 Personen angaben, selbst als Anwohner betroffen zu sein. In dem optionalen Freitextfeld zur Umfrage drückten viele Befragte ihre Sorge um die aktuelle Situation aus.

Insbesondere die Gefährdung von Schulkindern treibt viele Anwohner um. Ob die Situation vor der Privatschule Düsternbrook, das Überqueren der Straße vor den Schulen an der Feldstraße oder die Frage, ob Kinder noch sicher auf ihrem Radweg zur Schule sind – das erhöhte Verkehrsaufkommen hat eine klare Auswirkung auf das Sicherheitsempfinden, und ist nach einem Befragten „eine Zumutung (…) für Anwohner, Fahrradfahrer, Autofahrer und Fußgänger“.

„Der Autolärm begleitet uns den ganzen Tag“, konstatiert ein Befragter. Die Lärmbelastung, insbesondere an der Feldstraße, hat nach Aussage der Befragten stark zugenommen und beginnt schon in den frühen Morgenstunden – und das wohlgemerkt zu einem Zeitpunkt, wo immer noch viele Menschen im HomeOffice arbeiten. Zusammen mit den sich nun immer stärker bildenden Staus „kann von einer besseren Lebensqualität in keinster Weise gesprochen werden“, wie es ein Teilnehmer ausdrückt und „wo bleibt der grüne Gedanke?“ fragt.

Zu den Erkenntnissen der Online-Umfrage erklärt Magdalena Drewes, Sprecherin der Initiative Kiellinie für alle: „Das von uns eingeholte Stimmungsbild von Anwohnern und Pendlern macht erschreckend deutlich klar, welche Auswirkungen die Teilsperrung der Kiellinie für den Autoverkehr auf die umliegenden Stadtteile und die Feldstraße hat. Die Konsequenzen einer möglichen komplett autofreien Kiellinie wären durch die Umlenkung des Verkehrs noch drastischer für die Anwohner: Erhöhter Lärmpegel, mehr Staus und Abgase, Gefährdung von Radfahrern und Fußgängern und insbesondere Schulkindern – das darf die Stadtverwaltung nicht in Kauf nehmen für das fragwürdige Ziel einer autofreien Kiellinie. Eine neu gestaltete Kiellinie kann und muss Platz für alle bieten!“

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Sanierung der südlichen Kiellinie startet – Bauzeit voraussichtlich bis 2023

Erfreuliche Nachrichten gibt es von der südlichen Kiellinie – vor einigen Tagen haben endlich die Vorarbeiten zur Erneuerung der Uferbefestigung am Berthold-Beitz-Ufer begonnen. Damit ist der Anfang vom Ende des Bauzauns eingeleitet worden, auch wenn sich die Arbeiten bis mindestens Herbst 2023 hinziehen werden. In diesem Zuge wird die Kiellinie nicht nur erneuert, sondern an manchen Stellen auch verbreitert – ein gutes Signal auch für den nördlichen Teil, denn wo ein Wille ist, kann ausreichend Platz für alle geschaffen werden!

Während der Bauphase wird die südliche Kiellinie nur einspurig stadteinwärts befahrbar sein, der Verkehr in die Gegenrichtung wird über den Düsternbrooker Weg umgeleitet und kann von dort aus weiter über die nördliche Kiellinie gehen. Das ist insofern wichtig, weil die umliegenden Wohngebiete so hoffentlich von einer deutlich höheren Verkehrsbelastung verschont bleiben.

Nichtsdestotrotz ist durch die partielle Sperrung der Kiellinie eine Veränderung des gesamten Verkehrsaufkommens an der Kiellinie und in den Wohngebieten durchaus möglich – wie sehr, das werden die kommenden Wochen und Monate zeigen. Im Zuge der versprochenen Verkehrszählungen, die unter anderem als Entscheidungsgrundlage für eine Entscheidung in Sachen Autofreiheit der nördlichen Kiellinie dienen sollen, ist es für uns als Initiative wichtig, dass diesen Faktoren Rechnung getragen wird.

Denn abseits der Corona-Pandemie, welche die Mobilität und das Verkehrsaufkommen derzeit generell stark beeinflusst, führt die veränderte Verkehrsführung zusätzlich dazu, dass an der Kiellinie der Verkehr gerade anders ist, als er vor der Pandemie war und nach dem hoffentlich baldigen Ende der Pandemie wieder sein wird. Im Interesse aller Kielerinnen und Kieler sollte die Stadt Kiel deswegen bei ihrer Interpretation durchzuführender Verkehrszählungen die derzeit besonderen Umstände nicht außen vor lassen.

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